Die Franzfelder Kirche

Bei der Gründung der evangelischen Gemeinden in der Batschka, einige Jahre vor Franzfeld, bekamen die Gemeinden ein Gebetshaus gebaut mit Kanzel, Altar, Kelch, Glocke etc. Auch eine Schule und ein Pfarrhaus gehörte dazu.
Das war in Franzfeld anders. Dort wurden bei der Übergabe an die Ansiedler nur Wohnhäuse gebaut. Es gab nur ein Haus das größer war als die anderen nämlich das Geräte- und Unterkunftshaus der Handwerker. Dieser große Schuppen diente der Gemeinde Franzfeld als Notlösung 23 Jahre als Gebetshaus.
Als diese nun baufällig zu werden begannen, fasste die Gemeinde den Entschluss eine Kirche zu bauen.
Der 2. Franzfelder Pfarrer Daniel Sonnthag verfasste am 31.08.1802 eine Bittschrift, in der er die Obrigkeit bat, eine Kollekte durchführen zu dürfen, für den Bau einer Kirche. Dieser Bitte wurde stattgegeben. Gesammelt wurde in den Kirchengemeinden von Österreich, Böhmen, Mähren, Gallizien und Siebenbürgen. Die Gemeinde Franzfeld erwarb daraufhin das Grundstück auf dem die Kirche errichtet werden sollte.

1809 schloss die Gemeinde mit einem Pantschowaer Unternehmer den Bauvertrag ab. Nach den Plänen, die schon 1802 vom Regimentsbauamt gezeichnet worden waren, sollte der Bau 6212 Gulden kosten. 1811 besaß die Gemeinde 20.000 Gulden und so wurde beschlossen zu der Kirche auch gleich Turm und Glocken anzuschaffen.
Eigentlich sollte nun 1812 mit der Errichtung der Kirche begonnen werden, aber durch die Geldentwertung im Jahre 1811 musste man das Vorhaben um 2 Jahre verschieben.
Der Kostenvoranschlag betrug nun 25.110 Gulden, die Gemeinde aber besaß nur 25.000 Gulden, so bemühte sie sich um ein Darlehen von der serbischen Kirchengemeinde Zrepaja. Mit den geliehenen 1.500 Gulden konnte 1814 nun endlich mit dem Bau begonnen werden.
Die Gemeinde brannte die benötigten Ziegel in Eigenarbeit. Aus geeigneter Erde, auf der “Hutweide”, wurden die Ziegel in Gemeinschaftsarbeit “geschlagen”, getrocknet und dann in eigens errichteten Feldöfen gebrannt. Als Brennmaterial wurde Maislaub, Maisstengel und Stroh verwendet.

Die Kirche mit Turm und Glocken, aber noch ohne Chor, wurde 1815 feierlich eingeweiht. Das genaue Datum weiß man nicht. Aber in Franzfeld wurde immer am 1. Sonntag im Oktober Kirchweih gefeiert, also wird die Kirche wohl um diese Zeit eingeweiht worden sein. Eine Orgel wurde dann 1816/17 eingebaut.

Das Dach wurde anfangs mit Rohr gedeckt, was mit der Zeit dazu führte, das sich viele Spatzen im Dach einnisteten. Das Gezwitscher war während des Gottesdienstes oft so laut, dass der Messner mit Peitschenknallen für Ruhe sorgen musste.
Aus diesem Grund und auch weil das Dach langsam undicht wurde, bekam die Kirche 1846 ein Ziegeldach.
Dieses Mal half die serbische Kirchengemeinde Neudorf mit 800 Gulden.
In den nächsten 10 Jahren wurde der Chor verlängert, ein neuer Altar gebaut, die Kanzel erneuert und neue Bänke angeschafft.
Durch großzügige Spenden der Franzfelder Bürger, meist in Form von Naturalien, konnte auch dieses Darlehen nach ein paar Jahren vollständig zurückgezahlt werden.

In den Jahren nach dem 2. Weltkrieg wurde die Kirche nicht mehr als solche benutzt und sie verfiel zusehends. Um eine Gefährdung der Bevölkerung aus zu schließen, wurde die baufällige Kirche 2008 abgerissen.

Die Franzfelder fühlen sich nun verpflichtet, zu Ehren ihrer Vorfahren mit einem Denkmal aus Originalsteinen, errichtet auf den Grundmauern der alten Kirche, an deren Opferbereitschaft zu erinnern und einen Beitrag zur Völkerverständigung in Europa zu leisten.

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